Was kann die Sony a9 – und was kann sie nicht?

Technische Daten, Fakten, Preis und wo man die a9 kaufen kann

Sony a9 für 4.799 € inkl. MwSt. kaufen

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Sony a9 mit dem ebenfalls neu vorgestellten Sony G-Master 100-400 4.5-5.6. Bild: Sony

Es ist nun einige Zeit vergangen, seitdem Sony seine neue spiegellose Kamera, die alpha 9 (Sony bezeichnet die Kamera intern als ILCE-9), vorgestellt hat (hier mehr dazu). Seitdem ist schon eine Diskussion aufgeflammt und wie so oft sind die Lager sehr polarisiert: Die Einen predigen die neue Kamera als den Alles-Könner schlechthin und versuchen schon schnell, ihre alte a7(R/S/II) loszuwerden, die anderen behaupten, die Kamera sei total überteuert (Die Kamera kostet laut UVP 5.299 € inkl. MwSt), und leiste nicht einmal (besonders viel) mehr, als andere Kameras auf dem Markt (, die zudem deutlich billiger sind). Ich versuche im Folgenden die neue Sony a9 einzuordnen, und sie mit anderen Kameras zu vergleichen, die sich in einem ähnlichen Preis- oder Leistungssegment befinden.

Was bietet die neue Sony a9?

Schaut man sich die neue Sony Produkt-Seite an, oder sieht man eines der Videos auf YouTube, so werden vor Allem 3 Schlüssel-Spezifikationen hervorgehoben:

  1. Die Serienbildfunktion schießt mit 20 Bildern pro Sekunde (fps) drauf los, laut Sony mit kontinuierlichem Autofokus (AF/AE Tracking). Dieser soll 60 mal pro Sekunde berechnet werden, was 3 Berechnungen pro Einzelbild ergibt.
  2. Beim Fotografieren im Serienbild-Modus gibt es keine Blackouts: Sony nutzt hier einen vollelektronischen Verschluss (anstatt einem Mechanischen) ohne Spiegel. Während bei herkömmlichen DSLRs der Spiegel hochklappt, was kurz zu einem schwarzen Sucherbild führt („Blackout“), kann die Sony vollelektronisch und folglich komplett ohne Blackout auslösen (Weiter unten habe ich ein Video verlinkt, in dem die Serienbildfunktion demonstriert wird).
  3. Die Kamera kann dank eben erwähntem vollelektronischen Verschluss lautlos, vibrationsfrei und Verzerrungsfrei (Anti-Distorsion) fotografieren.

Das Highlight ist also, wie leicht zu erkennen ist, der neue Verschluss in Verbindung mit dem neuen (weltweit ersten) gestackten Vollformat-Sensor. Erst diese Anordnung in Verbindung mit einer verbesserten BIONZ X Procession-Unit, sowie der fehlende Spiegel machen die oben genannten Leistungen überhaupt möglich. Weitere Features der Kamera werden in diesem Beitrag von mir über die Vorstellung der a9 genannt.

Stacked Fullframe Sensor Sony a9

Der Vergleich zwischen einem konventionellen und dem neuen rückwärtig belichteten und gestackten Vollformatsensor, wie er in der Sony a9 zum Einsatz kommt. Bild: Sony

Was bietet die neue Sony a9 nicht?

Liest man die Diskussionen in verschiedenen Foren oder auf Facebook, so schnappt man immer wieder die gleichen (kritischen) Bemerkungen auf: Die neue a9 werde ihrem Ruf und ihrem Preis (5.300 € verglichen mit 3.600 € bei der a7R2 bei Markteinführung – dem bisherigen Top-Modell der Spiegellosen von Sony) als neues Flagschiff nicht gerecht. So sei die Auflösung von 24,2 MP nichts besonderes mehr, ebenso biete sie keine SLOG Funktion (Ob das stimmt, weiß ich nicht, in der Sony Pressemitteilung wird SLOG nicht erwähnt , und sei somit für Video ebenfalls nicht wirklich brauchbar. Bemängelt wird, dass es nicht schwer sein kann, diverse Funktionen (wie bspw. SLOG, 4k Video bei 60 fps uvm.) ebenfalls zu implementieren.

Verlangt wird also sozusagen eine eierlegende Wollmilchsau. Der Knackpunkt ist allerdings, dass weder Sony, noch sonst irgendein Kamera-Hersteller ernsthaft daran interessiert sein kann, so eine Kamera auf den Markt zu bringen. Indem man den Markt segmentiert, kann man seinen Gewinn insgesamt maximieren (vgl. Preisdifferenzierung oder Preisdiskriminierung, Begriffe die jeder BWLer und Wirtschaftswissenschaftler schon einmal gehört hat).

Doch für wen ist die a9 dann gemacht?

Alpha 9 von Sony

Vom Design her hat sich nicht viel geändert, etwas anders sind einige Elemente aber angeordnet. Bild: Sony

Sony möchte hier eindeutig den Markt der Sport- , Action- und Presse-Fotografen bedienen. Diese haben bislang (zurecht) eher vor dem Kauf einer spiegellosen Kamera zurückgeschreckt: Zu langsam und unzuverlässig der Autofokus, zu klein die Bildfrequenz der Serienbildfunktion (a7R2: 5 fps). Nun hat Sony laut eigener Aussage endlich eine Kamera auf den Markt gebracht, die all diese Wünsche erfüllt, oder sogar übertrifft. Vergleicht man die Daten mit jenen der 6.300 € teuren Canon 1Dx Mark 2, so wird schnell klar, dass die Sony hier (wenn sie hält was sie verspricht) die Canon sogar in den Leistungen übertrifft und im Preis unterbietet. So leistet die 1DXii „nur“ 14 fps mit AF / AE Tracking, hat effektiv 20,2 MP, eine minimale Verschlusszeit von 1/8000 (gegen 1/32.000 bei der a9) und 61 AF-Messfelder (gegen 693 phase-detection AF Points bei der Sony).

Einzig und allein die Objektiv Auswahl wird bei den E-Mount Kameras noch bemängelt. Zwar hat Sony mit dem neuen GM 100-400 4.5-5.6 auch ein neues Telezoom vorgestellt (dieses ist inzwischen ebenfalls erhältlich), dieses ist aber nicht so Lichtstark wie vergleichbare Canon Objektive (bspw. das 200-400 f/4.0).

Sony GM 70-200 f/2.8

Seit Ende letzten Jahres bietet Sony nun endlich ein lichtstarkes 70-200 mm an. Im größeren Tele-Bereich gibt es allerdings aktuell noch nicht viel. Bild: Sony

Inzwischen hat sich die Kamera bereits im Markt etabliert und erfreut sich, wie ich es gehört habe, unter Fotografen einer guten Beliebtheit. Besonders der Autofokus und die hohe Treffsicherheit werden gelobt (wie bspw. hier in einem vollständigen Review eines Hochzeitfotografen über die a9). Kritisiert werden unter anderem die Objektive und auch deren Preispolitik (alle Objektive für SONY FE sind tw. deutlich teurer als die Canon od